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Kein Artikel bald ohne: Globalisierung! Ich fürchte, allmählich werde ich diesen Begriff auch verwenden. Ich habe mich wohl bereits infiziert. Der Verdacht drängt sich auf, Globalisierung an sich ist nicht wirklich gewollt, sondern Globalisierung ist nur das Hauptwort eine weiteren Ideologie, ein Instrument der Einschüchterung, die Produzentin von Angst, die Planerin vor allem des sozialen Rückbaus, die Konstrukteurin der absoluten Gleichschaltung, die Kampftruppe des Kapitalismus ... Mit Globalisierung wird immer häufiger auch in Bereichen argumentiert, die nicht einem weltmarkt- wirtschaftlichen Diktat unterworfen sind, aber in denen in einer diffusen Annahme geglaubt wird, von Globalisierung ebenfalls direkt betroffen zu sein, sich dieser nicht entziehen zu können und sich dieser (wenn auch kritisch, so doch) unterordnen zu müssen. Es ist heute leicht, mit dem Hinweis auf die Globalisierung notwendig große Diskussionen rasch beenden, sich die direkte Auseinandersetzung mit den konkreten Gegebenheiten in einer Organisation ersparen, Entscheidungen gegen die Belegschaft durchsetzen zu können. Denn die Belegschaften mit ihren arbeitsrechtlichen Vertretungen nehmen die mit Globalisierung argumentierten Notwendigkeiten (sprich: schon Abwehr von wenn überhaupt noch vorstellbaren wirtschaftlichen und rechtlichen Verbesserungen, reale Reduzierung von bereits zuerkannten Rechten und bereits zugestandender wirtschaftlicher Teilhabe) gerne an, weil sie sich ebenfalls dadurch u.a. viel an gefordertem Einsatz dafür ersparen. Es ist modern, sich freiwillig zur Kampftruppe Globalisierung zu melden. Alle wollen sich einreihen, ihre Fahne zu tragen und ihre Wimpel in jedes Küchenwinkerl zu hängen: sei es die der Division der Befürworter oder die der Division der kritischen, im Grunde lediglich Auswüchse moralisch anklagenden Befürworterinnen: denn beide Divisionen zusammen bilden die Globalisierungsarmee, die erfolgreich ist in ihrem Vernichtungsfeldzug gegen Vorstellungen, eine tatsächliche Globalisierung ist möglich. Die Globalisierung ist eine Einbahnstraße, auf der wir mit der Überzeugung marschieren, wir denken global, wir sind kosmopolitisch. Aber wir marschieren, wie seit jeher, in unseren europäischen Bergen nur um unsere Almhütte, die wir nirgendwo sonst auf der Erde aufbauen würden wollen, herum und bestimmen fälschlicherweise unseren geistigen auf gleicher Höhe mit dem technologischen Fortschritt mit seinen vielfältigen Möglichkeiten, jeden Punkt der Erde so rasch wie noch nie in unserer Geschichte physisch erreichen und weltweit so unkompliziert wie noch nie kommunizieren zu können. |
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17. Mai 2007
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