Wir sind hier als Bischöfe eines Landes, in dem ein Adolf Hitler seine wahnsinnigen Ideen gelernt hat.

"Wo warst Du, Gott? Wo warst Du, als Frauen und Kinder, alte und junge Leute in die Todeskammern geschickt wurden?"

Wir erinnern uns an diesem Ort an die Zeit tiefster Gottesferne - und auch daran, in welche Höllen eine "Welt ohne Gott" abzustürzen vermag.

Die Geschichte unserer österreichischen Heimat - und damit auch die Geschichte der katholischen Kirche in unserem Land - ist in diesem Zusammenhang ein Gemenge von enormer Schuld, aber auch von Mut und Widerstand. Das Wort "Wir haben nur unsere
Pflicht getan", hat ein [...] eindeutig als zu wenig offengelegt.

Christoph Schönborn, Angestellter der römisch-katholischen Kirche im Range eines Kardinals, am 8. November 2007 in der Gedenkstätte Yad Vashem, Sätze aus der auf »Stephanscom« veröffentlichten Rede im Wortlaut.

 

Die Welt ist auch im nationalsozialistischen Österreich nicht fern von »Gott« gewesen; denn nur mit dem durch die Zeiten globalen Verkaufsschlager »Gott« sind die »Höllen« in der Welt. Und die »Höllen« sind dermaßen nicht mehr als die ebenfalls durch die Zeiten gut verkaufbaren Merchandising-Artikel zu diesem Hauptprodukt.

Es haben soher immer die Propaganda und die Aktivitäten
jener mit der größten »Gottnähe« im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen, ganz gleich wo auf der Welt sie gerade marschieren: wie etwa jetzt in Uganda, wo es einen anderen Händler dieses Hauptprodukts nach totaler Vernichtung von Menschen gelüstet, die nicht gemäß
seinen Vorstellungen zu leben gehorchen.

 

12. November 2007