|
Eine neue Rolle für Paul Löwinger
Es kann schon mal die Vermutung sich aufdrängen, daß das Schreiben des Tagebuches zunehmend der Knecht mit ständig raufzuziehenden, weil ihm zu weiten Hosen übernimmt.
Es gibt derart viele nicht unbedingt sich sofort erschließende, aber dennoch berechtigte Gründe zu fliehen, daß auch dem Knecht seine Flucht nicht vorzuwerfen ist. Allerdings soll er einen kaum uneigennützigen Helfer gehabt haben. Gemunkelt wird, der Schleppl Wolferl hätte ihn schwarz über die Grenze in die »Wiener Zeitung« dirigiert.
Auf seinem langen langen Weg in die jenseits der Schwelle gelegene wird Paul Löwinger keinen Kopf und nicht die Zeit dafür gehabt haben, sich schon umfassend auf seine neue Rolle vorzubereiten, die notwendigen Studien ordentlich zu betreiben, um nun auch redlich schreiben zu können, zum Beispiel darüber, wie und warum es in Argentinien tatsächlich zum Bankrott kam. Aber wer lediglich einen Gott gebastelt erhielt, kann selbst immer auch nur eine falsche Ursache, nur einen falschen Schuldigen basteln, und diese eine falsche Schuldige muß in jedem Fall die andere sein.
Die Übernahme von Andreas Unterberger ist Paul Löwinger jedoch noch nicht ganz gelungen. Das Wissen, Denken und Schreiben ist zwar schon ganz löwingerisch, das heißt, auf Aussage und Inhalt muß in keiner Weise geachtet und nichts in Erinnerung behalten werden. Aber noch läßt er die katholisch-bäuerliche Heiterkeit vermissen. Wenn es ihm also auch noch gelingen sollte, das Tagebuch mit seinen Dummheiten zu füllen, in diesem seine Grimassen abzubilden, wird über seine Figur des Chefredakteurs der Tageszeitung der Republik ebenso gelacht werden können, wie über die vielen anderen von Paul Löwinger dargestellten Hausdiener.
|