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Auch der derzeitige Souverän des Staates Vatikanstadt wird von Medien, die nicht Eigentum der römisch-katholischen Kirche sind, nach wie vor mit »Heiliger Vater« tituliert und von demokratisch gewählten politischen Mandatarinnen wie selbstverständlich so angesprochen. Mit diesem Kotau verneinen Mandatare und Medien jedesmal den Wert der Demokratie und an- erkennen jedesmal die Berechtigung von theokratischen Staatsformen direkt und von jedweden diktatorischen Staatsformen indirekt. Sie propagieren dadurch fortgesetzt und freiwillig eine Führer- gesellschaft. Politische Vertreterinnen in demokratischen Staaten müßten, wenn sie bei offiziellen Anlässen den Souverän des Staates Vatikanstadt mit seinem kircheninternen Titel ansprechen und dies wie selbst- verständlich auch stets im Namen der Menschen, die sie nicht zu diesem Behuf gewählt haben, tun, sofort zurücktreten, denn diese Funktionäre verneinen dadurch die demokratische Verfassung, auf die sie vereidigt sind. Wenn sie Mitglieder dieser Glaubensorganisation sind, ist es ihnen menschgemäß unbenommen, ihr religiöses Oberhaupt privatim »Heiliger Vater« zu rufen: im Beichtstuhl, beim Beten in der Küche unterm Hergottswinkerl, auf ihren Veranstaltungen in den dafür so zahlreich erbauten Häusern oder wo, wann auch immer. Bei all dem gibt es menschgemäß auch heitere und weitere Seiten: Es wird jemand als »Vater« tituliert und angesprochen, der abgeschworen hat, jemals Vater zu werden. Erheiternd zu lesen sind weiter auch die Konstruktionen der Begründungen, die das jeweilige Oberhaupt dieser Glaubensrichtung doch als »geistigen«, wenn schon physisch unmöglichen »Vater« legitimieren sollen. Solche Väter begründen (so kurz ist die religiöse Strecke des Heiteren, daß jetzt schon zum Ernsten wieder gewechselt werden muß) jedoch bloß mit absolutistisch regierte Staaten. Nach wie vor wird von dieser Organisation Sexualität eng mit Fortpflanzung verknüpft, die Amts- inhaber in dieser sich weltweit einmischenden Kirche aber sind die einzigen, die ihren Samen rein für das Vergnügen verschwenden; wobei es ihnen nicht an Selbsterkenntnis mangelt: Der 2006 vom derzeitigen Souverän zum Kardinalpriester beförderte Carlo Caffarra beispielsweise sagte 1988: »Wer Verhütungsmittel benutzt, will nicht, dass neues Leben entsteht, weil er ein solches Leben als ›Übel‹ betrachtet. Das ist dieselbe Einstellung wie die eines Mörders, der es als ›Übel‹ ansieht, dass sein Opfer exisitert.« Das berühmteste Verhütungsmittel, auf das Angestellte dieser Organisation neben vielen weiteren setzen, ist der Zölibat. |
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10. März und 21. Mai 2007
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