Und dennoch ist vieles an den pauschalen Abschiebe-Maßnahmen Italiens gegen illegale rumänische Immigranten fragwürdig.

Erstens: Immer dann, wenn Italiens Behörden besonders konsequente Aktionen ankündigen, versickern diese besonders schnell.

Zweitens: Pauschal-Maßnahmen gegen Bürger eines anderen EU- Staates sind grundsätzlich bedenklich.

Drittens: Alle sehen betreten, aber politisch korrekt darüber hinweg, dass die meisten der betroffenen Rumänen Roma sind, die auch in ihrer Heimat alles andere als willkommen sind.

Und fünftens: Man stelle sich vor, nicht eine Linksregierung wie in Italien [...] hätte solche drakonische Maßnahmen verkündet, sondern Österreichs einstige schwarz-blaue Regierung, Belgiens Flamen oder eine Schweizer Partei.

Fazit: Wenn ein Staat es schon wagt, keine Linksregierung zu haben, sollte er wenigstens groß sein.

Dr. Andeas Unterberger am 12. November 2007

 

Und weiter ist vieles an den Analyse-Versuchen Unterbergers fragwürdig.

Erstens: Dr. Andreas Unterberger scheint sich nur darum zu sorgen, daß die angekündigten Abschiebungen am Ende nicht ordentlich konsequent durchgeführt werden.

Zweitens: Pauschal-Maßnahmen seien also lediglich gegen Bürgerinnen von EU-Staaten, aber auch nur grundsätzlich bedenklich?

Drittens: Dr. Andreas Unterberger hat übersehen, daß er gegen seine politische Korrektheit formuliert hat, er schreibt nämlich »Roma« statt »Zigeunerin«. In dieser seiner Pauschalierung (könnte durchaus bereits Hetze genannt werden) ist das Wort »Zigeuner« aber das korrekte.
Oder es war gar kein Übersehen, sondern Dr. Andreas Unterberger hat
von Dr. Herbert Schaller eifrig gelernt, wie in der Tageszeitung der
Republik zu formulieren ist. Die Lösung bleibt, nicht unerwartet, am
Ende aber unausgesprochen: wenn sie aus Italien abgeschoben werden sollen und »auch in ihrer Heimat nicht willkommen sind«, wohin ...

Viertens: Nicht alle in Flandern sind in der Partei Vlaams belang und nicht alle in Flandern wählen Vlaams belang. Aber es dürften demnach, auf dem holprigen Weg von Dr. Andreas Unterberger gehend, Pauschal-Urteile
auch nur grundsätzlich bedenklich, sonst aber bedenkenlos gefällt werden.

Fünftens: Schon eine Art von Arbeitsteilung? Für die Reinwaschung der schwarz-blauen Regierung erwählte der »Übervater« Dr. Andreas Unter- berger, und für die Reinwaschung des deutschen Volkes sind von der Vorsehung bestimmt die Herren Mölzer (mit seiner Zeitung »Zur Zeit«)
und Schaller (mit seiner Klientel).

Fazit: Wenn ein Staat schon eine Tageszeitung sein eigen nennen will, dann sollte er es wenigstens wagen, eine Chefredakteurin erster Größe
zu bestellen.

15. November 2007